Waltraud Petersen
25. Mai 2026, 13:31:59
Mann, der erste Eindruck in der Nase ist so straff, fast karg – wie feuchter Gips und ein Hauch von altem Motoröl, aber auf diese total ruhige, Keith-Richards-mäßige Art. Kein bisschen aufdringlich. Im Mund dann erstmal sofort diese salzige Note, als hätte man eine Welle geschluckt. Sehr maritim, Treibholz, Meerwasser, wieder und wieder. Und dann schält sich ganz langsam was Zartes raus: perfekt reife Birnen, ein bisschen Marzipan, und im Hintergrund läuft leise Olivenöl mit. Von wegen viele Früchte – null. Eher so gelbe Früchte, die sich kaum zeigen, vielleicht eine einzelne Reneklode oder ein unreifer Weinbergpfirsich. Dafür erdig, fast wie handgemachter Porridge mit Salzlakritz. Später kommen schwarze Oliven und minimal Räucherfisch, ganz dezent, als wäre der Whisky ein domestiziertes Seemonster. Und dann so ein süßer Vishnu-Moment mit Mango und Passionsfrucht, aber wirklich nur kurz angetippt. Mineralisch bis zum Schluss, leicht zitronig. Old Broras will never die, das schmeckt man einfach – nach vierzig Jahren immer noch so salzig wie die verdammte See.






