Gunter Hohmann-Seidl
25. Mai 2026, 17:51:15
Alter Schwede, der erste Schluck haut richtig rein – volle Stärke, aber gleichzeitig super weich. Sofort diese fragile Mineralität, fast zerbrechlich, wie ein hauchdünner Schieferton. Dann entfaltet sich ein zitrusgewitter: Grapefruit, reichlich Zitronenschale, später sogar mehr Zedratzitrus. Alles wahnsinnig hell und präzise, aber nie scharf. Was mich umhaut: diese überraschende Fruchtigkeit, total rein und trotzdem fast weißweinartig gemeißelt. 🍋✨ Ein Hauch Rauch, ganz brüchig und wolkig, kaum greifbar, dann getrocknete Blumen, Lavendel, ein bisschen Ginsterblüte. Die maritime Note ist auch da, salzige Algen, eine feine Salznote die fast röstig wirkt. Mit ein paar Tropfen Wasser kippt das Ganze nochmal eine Stufe hoch – viel weicher, die Schale der Grapefruit wird weißer, so Richtung Mesokarp, aber behält diesen superbly scharfen Kern. Es balanciert ständig auf einer Kippe, irgendwo zwischen 88 und 89, ein absolut eleganter, roher Moment. 🌊







