Mirco Pfeifer-Holz
25. Mai 2026, 21:51:20
Alter, das ist mal ein breites Spektrum… schon in der Nase knallt’s wie eine Kiste kubanischer Zigarren, daneben so ein ganz zarter Rauch, fast wie kaltes Räucherstäbchen. Dann kommt diese tiefgoldene Süße: getrocknete Datteln, Feigen, Aprikosenmarmelade, dazu Orangenschalenbitterkeit und ein Hauch Aperol. Irgendwie erinnert’s mich an so nen alten 10-jährigen in Fassstärke, aber mit mehr Jahren drauf – so um 1995 herum, wo alles noch runder war. Kräutertee? Ja, massiv. Wermut, Enzian, Verbene, ein bisschen Petersilie und Thujaholz, das leicht an Kiefernzapfen und Pinienharz erinnert. Fast schon grenzwertig zu Schwarzpulver, aber das bleibt nur ein kleiner Rauch-Mineral-Touch, nicht zu wild. Dann plötzlich Espresso, Rinderbrühe und Jabugo-Schinken – klingt irre, passt aber. Im Nachklang wird’s wie Ovaltine mit bitterer Schokolade, etwas Kurkuma und Kumquats. Dörrpflaumen und Rosinen sind eh Dauergäste. Man braucht echt nen Moment, um sich von dem Duo aus Kräuterbitterkeit und Heidhonig zu erholen, aber danach will man genau das wieder. Kein Wettbewerb, einfach nur starke Erinnerungen an alte Macallan-Zeiten, nur mit mehr Wurzeln und einer Prise Massaker im Aromabild. Langer Abgang, der zwischen Minze und Trockenfrüchten pendelt. Richtig schön kaputtmachend. 🍊💨🌲






