Waltraud Petersen
25. Mai 2026, 18:30:59
Boah, die Farbe ist so ein helles Bernstein, fast wie eingedickter Apfelsaft, aber nicht so schwer. In der Nase haut’s einen fast um – riesen Wölkchen von Arrak-Feigen, so richtig laut und fast ein bisschen pervers. Diese bananige Schale schwingt mit, dazu Kokos und ein Hauch frische Politur, aber die ist viel leichter geworden. Dann kippt’s auf einmal in was Fruchtigeres um. Kirschlikör, ganz klar Guignolet, und dahinter so ein kopflastiger Schuss Fruchtessig, aber nicht unangenehm – eher wie Himbeergelee, das mit Vanille eingekocht wurde. Zwischendrin meint man, einen trockenen Beaujolais zu riechen, als hätte jemand ein altes Rotweinfass mit einem First-Fill-Bourbon-Cask vermählt. Dieses leicht säuerliche, eingemachte Zeug mischt sich mit Ovaltine und ganz viel Trockenfrucht. Komisch eigentlich: Er ist mächtig, aber nie wirklich dick oder ölig. Eine unterhaltsame Dreckigkeit ist da, wie Balsamico, der in eine Ecke getropft ist, und dann wieder dieser laute Holzton, der einen sofort einfängt. Nach ’ner Weile reiht sich das alles wieder ein, fällt zurück ins Vertraute, wird viel netter – Toffee, Weinbehandlung, ein Potpourri aus allen möglichen Einflüssen. Der Abgang ist ziemlich lang, fast schon kitschig-kandiert, aber mit dieser speckigen Bourbon-Note, die nie nach Schottland geht. Ein witziger Kerl, irgendwie schräg und genau deshalb schön.







