Frau Dr. Carola Schaller B.Eng.
25. Mai 2026, 11:11:18
Mann, der hier ist schon ein Stück zugänglicher als der letzte aus der gleichen Familie. In der Nase erstmal schön malzig-sehnig, fast wie frisches Brot, das noch warm aus der Küche kommt, und dazu so ein Hauch von Zitronengerstenwasser – total easy, gar kein Krawall. Was mir richtig taugt: Die Nase und das, was dann beim Trinken passiert, bleiben sich wunderbar treu. Das hebt ihn für mich echt eine kleine Stufe über das Schwesterfass. Dann legt sich da noch eine Schicht drauf, so ein bisschen Leinen, ein Hauch Bouquet garni und ganz leicht Olivenöl, das dem Ganzen eine zusätzliche Reichhaltigkeit und Süße gibt. Am Gaumen wird’s dann erst richtig spannend – wunderbar reich und strukturiert, fast schon an Miso oder so einen tiefen, hefigen Sud erinnernd. Dazu diese salzige Honignote, Heidehonig, aber nicht aufdringlich, und immer wieder was Zitroniges, fast wie eine zitronige Wiese mit ein paar trockenen Strohhalmen und hellen Keksen. Eine leichte Mineralität schwingt mit, so als ob man an nassen Steinen riecht, und dieses ganz feine autolytische, fast brotig-hefige Aroma hat was. Der Abgang ist lang und duftend, überhaupt ist die Nase global runder und süßer als beim Bruder – fast cremig, ohne schwer zu sein. Hat was von einem Stoff, der sich weich legt, und diese ganze Kombi aus Brühe, Honig und dem leichten Mineral-Touch macht’s einfach total rund. Kein großer Knall, aber saulecker zum Wegtrinken.







