Leonid Wagner
25. Mai 2026, 16:50:47
Also, ich hab da kürzlich was ins Glas bekommen, das war schon… besonders. Farblich echt schön, so ein warmes Gold, das Etikett dezent und elegant, fast schon ein bisschen zu edel für das, was dann kam. Beim ersten Nosing dachte ich kurz an alten, leicht oxidierten Gerstensaft, so in Richtung „old beer“ trifft staubigen Lederkeller. Und dann so ein komischer Rancio, fast wie ein Schuss Balsamico in der Nase, mit einer seltsamen Würze – als hätte jemand Muskatnüsse in Walnusslikör eingelegt. Kein Witz, es roch wie selbstgemachter Walnusswein, so mit diesen bitteren Häuten drin. Am Gaumen dann völlig wirr, aber auf 'ne unterhaltsame Art. Stell dir vor, du erwartest Butterscotch und kriegst 'nen rohen, trockenen Cider mit reingemixtem Umami-Soßengedanken ab, der dich an V&M erinnert. Kein Plan, wie das passiert, fühlt sich fast wie ein Unfall an, aber ein spassiger. Kiefernharz und weisser Pfeffer tanzen Tango, dann schlägt plötzlich Bittermandel rein, und alles hinterlässt so ein Mundgefühl, als hätte man Walnussbeize auf der Zunge – weird, right? Irgendwie erinnert mich der Spuk an einen abgedrehten Malt, der Madeira-Fass gesehen hat und dann für Japan abgefüllt wurde. Hat was von dieser herausfordernden Art, die manche Leute als „ueber-Whisky-Elite“-Zeug abfeiern. Für mich ist's eher eine Frage der Perspektive: Geniales Experiment oder einfach nur strange? Good fun auf jeden Fall, aber definitiv nichts für jeden Abend. Prost! 🥜🥃







