Welche sind die sechs Hauptregionen des schottischen Whiskys?
Um Ihnen den schottischen Whisky besser näherzubringen, wird Schottland üblicherweise in sechs Hauptanbaugebiete unterteilt. Jede Region zeichnet sich durch eine eigene unverwechselbare Geschmacksrichtung aus.
1. Die Lowlands (Tiefland)
Das schottische Tiefland ist ein bedeutendes Whisky-Gebiet mit einer über 150-jährigen Brennereigeschichte.
Die hier hergestellten Whiskys haben einen leichten Körper und sanfte Aromen mit frischen Noten von Gras und Zitrone. Sie schmecken leicht süß mit kurzem Abgang und eignen sich hervorragend als Aperitif.
Die Landschaft ist flach, das Klima mild und es gibt kaum Torfvorkommen. Daher sind diese Whiskys weich, mild und reich an pflanzlichen Düften. Im Vergleich zum Highland-Whisky fehlt es ihnen an markanten Eigenarten, weshalb sich nur wenige Malzbrennereien hier ansiedeln.
Unter Einfluss irischer Brennverfahren wird meist dreifach destilliert, was den typisch sanften und milden Charakter verstärkt.
Vertretende Whiskys: Auchentoshan, Glenkinchie
2. Die Highlands (Hochland)
Das Hochland ist flächenmäßig und produktionsmäßig das größte schottische Whisky-Gebiet.
Die meisten dort hergestellten Whiskys sind kräftig und aromatisch mit dezentem Torfrauch- und Meersalzgeschmack. Aufgrund der großen Ausdehnung wird es in vier Teilregionen gegliedert:
- Östliches Hochland: Mittlerer bis voller Körper, malzige Süße sowie Toffee- und Trockenfruchtnoten
- Südliches Hochland: Sanft und süß mit dezenten Aromen, sehr mild im Geschmack
- Westliches Hochland: Leicht gewürzt mit frischen Küstennoten
- Nördliches Hochland: Nuss-, Zitrus- und Gewürznoten, ausgeprägter Torf- und Kieferrauchgeschmack
Vertretende Whiskys
Osten: Glenturret
Süden: Glengoyne
Westen: Ben Nevis
Norden: The Singleton, Balblair
3. Speyside
Speyside liegt im Tal des Flusses Spey im nördlichen Hochland. Hier befinden sich mehr als die Hälfte aller schottischen Whiskybrennereien.
Obwohl die Fläche gering ist, genießt es weltweiten Ruf und gilt als Herzstück des schottischen Whiskys.
Speyside-Whiskys eignen sich ausgezeichnet zum Vermischen. Viele werden in Sherryfässern gereift, sie bestechen durch honigartige und grasige Aromen, sind sehr zugänglich und ideal für Einsteiger.
Vertretende Whiskys: Macallan, Mortlach, Glenlivet, Longmorn, Glenfiddich
4. Insel Islay
Islay liegt an der Westküste Schottlands und gehört zu den südlichsten Inseln der Inneren Hebriden. Trotz geringer Größe gibt es hier neun renommierte Brennereien.
Das markanteste Merkmal ist der intensive Torfrauchgeschmack, entstanden durch reichlich vorhandenen lokalen Torf.
Zudem prägen ständige Atlantikwinde salzige und seetangartige Noten den Geschmack, wodurch eigenwillige und charakterstarke Whiskys entstehen.
Vertretende Whiskys: Ardbeg, Bowmore, Laphroaig, Bruichladdich
5. Campbeltown
Campbeltown befindet sich auf der südwestlichen Halbinsel Schottlands und ist das kleinste Whisky-Gebiet des Landes.
Zu seiner Blütezeit gab es hier bis zu 34 Brennereien, daher trug es einst den Titel „Weltstadt des Whiskys“.
Die örtlichen Whiskys überzeugen durch ausgewogenen milden Torfrauch sowie fruchtige und blumige Aromen, sie sind cremig und bewahren den klassischen schottischen Whisky-Charakter.
Vertretende Whiskys: Springbank, Longrow, Glen Scotia
6. Die Inselregionen
Neben Islay zählen weitere sechs schottische Inseln zur Inselregion: Orkney, Lewis und Harris, Skye, Jura, Mull und Arran.
Rechtlich gehören sie zu den Highlands, geschmacklich ähneln sie aber stark den Islay-Whiskys und werden von Kennern als eigenständige Region eingeteilt.
Aufgrund schlechter Verkehrsanbindungen wird häufig Torf verwendet. Die Geschmacksrichtungen sind äußerst vielfältig: von rauchig-küstlich bis hin zu malzig-süßen Sherryfassnoten.
Vertretende Whiskys: Highland Park, Talisker
